"Ich bin Lehrerin!"

Mittlerweile lächle ich, wenn noch immer jemand der Meinung ist, der Lehrerjob ist der nette Halbtagsjob mit dem vielen Urlaub.

 

Die beruflichen Veränderungen meines Mannes ließen uns 2007 von Berlin nach Düsseldorf ziehen. Da ich gerne als Grundschullehrerin weiterarbeiten wollte, stellte ich einen Versetzungsantrag und wurde - wohnortnah - an die Montessori-Grundschule Farnweg versetzt. (Montessori? Ja, hab ich im Studium ein Seminar zu belegt ... das war doch der Rosa Turm?)

 

Ich hospitierte in der Klasse des damaligen Schulleiters Thomas Elsner. Die "freie Wahl der Arbeit" mit den vielen verschiedenen Materialien (Hilfe! Was machen denn die Kinder da mit den vielen farbigen Perlchen und Plättchen, ... rote Kreise, schwarze Pfeile!?!) hat mich sehr beeindruckt, auch die Ruhe trotz selbstständigem Treiben im Raum hat mich positiv überrascht.

 

In einem anschließenden Gespräch mit Herrn Elsner signalisierte dieser mir, dass ich natürlich das Montessori-Diplom machen müsste, wenn ich an der Schule bleiben möchte. (Na klar, als Mutter von drei kleinen Kindern hatte ich ja sonst nichts weiter zu tun.) Jedoch, so setzte er fort, denkt er, dass seine Schule für mich nicht in Frage käme, da ich mir die Schule nicht selbst wählte und somit - ganz im Sinne Montessoris - gar kein wirkliches Interesse dafür haben könne. (Danke, Thomas, für die Worte!) Tatsächlich hat mich mit dieser Aussage der Ehrgeiz gepackt: Ich blieb an der Schule, lernte die Montessoripädagogik kennen und schätzen - so wie auch die Kolleginnen dort -, durchlief mit viel Freude und Einsatz den Diplomlehrgang und absolvierte trotz vorgezogener Prüfung (da die beruflichen Wege meines Mannes wieder zurück nach Berlin gehen sollten) den Abschluss mit Diplom. "Summa cum laude" zwinkerte mir einer meiner Prüfer, Herr Joachim Cuypers, zu ...


... und das, obwohl zunächst nicht selbst gewählt! :)

 

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Montessori-Diplom Frauke Jurisch